Zwischen Klinikalltag und dem Beginn einer Freundschaft
Was // STRIDE
Wo // Ecuador
Wer // Priska
Wann // November 2025 – Mai 2026
Ich darf hier in Ecuador sehr viele spannende Erfahrungen machen, da mein Einsatzort verschiedene Projekte beinhaltet. Drei Tage pro Woche darf ich in der Klinik mitarbeiten. Ich nehme die Patienten in Empfang, öffne ggf. eine neue Patientenmappe (falls der Patient zum ersten Mal bei uns in die Behandlung kommt) und messe die Vitalparameter. Nach der Vorbereitung helfe ich in den Sprechstunden mit. Ich bereite die benötigten Materialien vor, höre Herz, Lunge und Bauch ab, verabreiche Injektionen etc. Nach der Behandlung bereite ich mit dem Medikamentenrezept die vorgeschriebenen Tabletten vor. Wir haben keine Altersbegrenzung und ich behandle hier von Babys bis ins hohe Alter jeden Patienten. Zudem bietet die Klinik auch eine Zahnbehandlung und Physiotherapie an. In beiden Bereichen darf ich zwischendurch mithelfen und so Einblicke in andere Berufe haben. Zwei Tage pro Woche bin ich am anderen Standort tätig. Meine Flexibilität ist dort gefragt, da jeder Tag anders ist. Manchmal helfe ich in der Küche mit, spiele mit den Kindern aus dem Kinderheim, mache mit anderen Mitarbeitern Hausbesuche, helfe bei der Frauenarbeit mit oder gebe Kurzreferate zu einem Gesundheitsthema. Ja, mein Alltag hier in Ecuador bietet viele Facetten.
Doch nicht nur der Arbeitsalltag, auch das Leben ausserhalb der Klinik hält besondere Momente bereit.
So ging ich in meiner zweiten Woche allein in die Kirche, die nur zwei Minuten zu Fuss von meinem Zuhause entfernt ist. Pünktlich kam ich um 9:15 Uhr an, doch es waren erst ca. sieben Personen in diesem grossen Saal; zudem machte die Worship-Band ihren Soundcheck. Also setzte ich mich hin und las einige Kapitel in meiner Bibel. Nach längerem Warten fragte ich die junge Frau vor mir, wann der Gottesdienst beginnen werde. «Gleich», gab sie mir zur Antwort. So wartete ich ungefähr 20 Minuten geduldig ab. Beim ersten Worship-Song packte die junge Frau ihre Sachen zusammen und setzte sich neben mich. An diesem Sonntag wusste ich nicht, dass dies der Start einer Freundschaft werden würde. Der Raum füllte sich langsam, bis am Schluss ca. 200 Personen da waren. Die junge Frau neben mir war auch neu in der Kirche. So konnten wir uns gegenseitig unterstützen und z. B. gemeinsam das erste Mal in die Jugendgruppe gehen. An einem Sonntagnachmittag erzählte sie mir von ihren Verletzungen, Erlebnissen und Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit. Ich bin so froh, diese Freundschaft zu haben und dass wir uns gegenseitig ermutigen und stärken dürfen. Unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Sprachen, doch derselbe Gott, der das Fundament unserer Freundschaft ist.
Priska