Brasilianischer Alltag und meine venezolanische Familie
Was // STRIDE
Wo // Brasilien
Wer // Marisa
Wann // Januar 2026 – Juli 2026
Die letzten Monate in Recife waren von vielen wertvollen Begegnungen und neuen Erfahrungen geprägt. Es war Regenzeit, und nach starken Niederschlägen standen manche Strassen rasch unter Wasser, was zur Absage von Anlässen führte – ein eindrücklicher Teil des brasilianischen Alltags.
Ich arbeitete in einem Projekt für Kinder aus Slumquartieren mit. In verschiedenen Lektionen wie Pilates, Musik, Lesen, Englisch, Sticken, Basteln, Gesprächsrunden mit einer Psychologin und Andachten wurden die Kinder gefördert. Ich durfte jeweils die wöchentliche Andacht halten sowie bei anderen Lektionen helfen. Dabei erzählte ich mit verschiedensten Methoden Bibelgeschichten, unter anderem mit der Handpuppe (bzw. dem Raben) „Zac“.
Im Kindergottesdienst im Slum brachte ich den Kindern das Lied „Wär isch de König vom Dschungel“ auf Portugiesisch bei. Als wir einige Wochen später fragten, welches Lied sie sich wünschten, sagte ein kleiner Junge „Uh, uh“ mit passender Affenbewegung dazu und meinte damit dieses Lied. Das berührte mein Herz.
In einem anderen Slum half ich beim sonntäglichen Bibelstudium für Frauen mit. Dort wurde ich schon am Abend vorher um 22 Uhr gefragt, ob ich am nächsten Morgen die Lektion durchführen könne. Spontan zu sein und mit wenig Vorbereitung etwas durchzuführen, habe ich hier definitiv gelernt.
Nebst leckerem brasilianischem Essen kam ich hier auch in den Genuss der venezolanischen Küche. Denn im Projekt halfen zwei Frauen mit, die Migrantinnen aus Venezuela waren. Mit ihnen verbrachte ich viel meiner Freizeit, genoss ihre Gastfreundschaft und lernte, ihre venezolanischen Spezialitäten zu kochen. Somit habe ich nun nicht nur eine grosse brasilianische Familie durch meine Gastfamilie und die Gemeinde, sondern auch eine venezolanische Familie gewonnen.
Marisa